Genusstour durch Saarbrücken
Saarbrücken lässt sich besonders gut zu Fuß entdecken – und noch besser mit Appetit. Zwischen St. Johanner Markt, Kappenstraße, Nauwieser Viertel, Mainzer Straße, Alt-Saarbrücken und den ruhigeren Ecken der Stadt zeigt sich die Landeshauptstadt von ihrer genussvollen Seite: unkompliziert, handwerklich, regional verwurzelt und immer wieder überraschend.
Wer durch die Stadt streift, entdeckt unterwegs nicht nur besondere kulinarische Adressen, sondern auch Street Art, Graffitis und großformatige Murals, die Saarbrücken eine kreative, urbane Note verleihen.
St. Johanner Markt
Kalinski Wurstwirtschaft & Gin Bar
Wer eine richtig gute Currywurst liebt, sollte Kalinski am St. Johanner Markt unbedingt einen Besuch abstatten. Hier wird der Klassiker neu gedacht: mit verschiedenen Saucen, darunter auch vegane Varianten, und mit Kreationen, die mal saarländisch, mal elsässisch inspiriert sind. Dass Currywurst auch über die Stadtgrenzen hinaus überzeugen kann, zeigt die Variante Currywurst Chèvre Chaud, die beim Uber-Eats-Award 2025 in Berlin ausgezeichnet wurde. Ein unkomplizierter, urbaner Stopp mitten im Herzen der Stadt.
Direkt daneben duftet es bei Brot & Sinne nach frisch gebackenem Brot. Hier wird noch selbst gebacken – mit Zeit, Handwerk und einem klaren Anspruch an Qualität. Alte Getreidesorten wie Emmer, kreative Rezepte und der bewusste Verzicht auf Beschleunigung prägen die Arbeit in der Backstube. In der Theke finden sich frisch belegte Brote, Süßes für den Kaffeetisch und Herzhaftes für zwischendurch, darunter auch vegane Varianten. Schlicht, handgemacht und genau richtig für eine kleine Pause mitten in der Stadt.
In der Kappenstraße setzt sich der kulinarische Streifzug fort. Ein Eis geht immer – besonders bei Henry’s Eismanufaktur. Die Eissorten entstehen mit Produkten aus der Hofmolkerei Martinshof im Ostertal und orientieren sich an dem, was regional und saisonal verfügbar ist. Neben Klassikern wie Haselnuss oder Vanille stehen auch Sorten wie Halva oder veganes Schokosorbet auf der Karte. Die Sorbets sind grundsätzlich vegan und werden aus saisonalen Früchten hergestellt. Wer Mirabelle, Rhabarber oder andere saisonale Sorten probieren möchte, sollte nicht zu lange warten – manche Geschmäcker gibt es nur für kurze Zeit.
Für alle, die Kaffee nicht nur trinken, sondern entdecken möchten, lohnt sich ein Stopp bei Comame. In entspannter, moderner Atmosphäre stehen hochwertige Spezialitätenkaffees im Mittelpunkt – zum Genießen vor Ort, zum Mitnehmen oder für zu Hause. Persönliche Beratung, Kuchen aus der eigenen Backstube, hausgemachte Deli-Produkte und ausgewähltes Kaffeezubehör machen Comame zu einer besonderen Adresse für bewussten Kaffeegenuss.
Nauwieser Viertel
Vom St. Johanner Markt ist es nicht weit ins Nauwieser Viertel. Das Quartier ist kreativ, lebendig und ein wenig eigenwillig – genau die richtige Umgebung für besondere kulinarische Adressen. Auf dem Weg und im Viertel selbst lohnt sich auch der Blick auf Fassaden, Hauswände und Hinterhöfe: Street Art, Graffitis und überdimensionale Murals erzählen hier eine weitere, urbane Seite der Stadt.
Mitten im Viertel liegt die ESPLANADE, ein Zwei-Sterne-Restaurant, das für eine moderne, präzise und zugleich weltoffene Küche steht. Küchenchef Silio Del Fabro verbindet klassisch-französische, mediterrane und japanische Einflüsse mit regionalen Produkten und saisonalen Ideen. So entsteht eine Küche, die anspruchsvoll ist, aber nicht abgehoben wirkt.
Von Mittwoch bis Samstag bietet die ESPLANADE mittags zusätzlich zur À-la-carte-Karte einen wöchentlich wechselnden „Plat du Jour“ an. Diese kompakte Auswahl eignet sich gut für eine kurze kulinarische Auszeit oder einen besonderen Business-Lunch. Gerade mittags zeigt sich, wie entspannt Spitzengastronomie sein kann – konzentriert, präzise und dennoch zugänglich.
Direkt neben der ESPLANADE ergänzt Le petit CINQ, das kleinere Schwesterrestaurant, die kulinarische Handschrift des Hauses um eine etwas ungezwungenere Note. Küchenchef David Wottke und sein Team entwickeln wöchentlich neue 3- und 4-Gang-Menüs, in denen saisonale Produkte und kreative Ideen aufeinandertreffen. Auch vegetarische Varianten werden angeboten und zeigen, wie vielfältig und überraschend moderne Gemüseküche sein kann.
Le petit CINQ empfängt seine Gäste von Sonntag bis Dienstag mittags und abends und eignet sich wunderbar für eine genussvolle Pause im Viertel – ob als bewusstes Mittagessen, entspannter Abend oder kulinarischer Zwischenstopp auf einer Stadttour.
Mainzer Straße
Wer zentrumsnah bleiben und saarländische Klassiker in moderner Umgebung genießen möchte, wird bei Hilde & Heinz fündig. Direkt zu Beginn der Mainzer Straße trifft Wirtshausküche auf ein zeitgemäßes Ambiente. Auf der Karte stehen saarländische Tapas, die zum Teilen und Probieren einladen – etwa Dibbelabbes, Gefillde oder Geheirade. Dabei zeigt sich, dass die regionale Küche nicht nur deftig, sondern auch überraschend vielseitig sein kann. Viele traditionelle Gerichte gibt es auch in vegetarischen Varianten.
Nur wenige Schritte weiter bietet SaarLorDeluxe einen kulinarischen Blick über die Grenzen hinweg. In den Regalen stehen Spezialitäten aus dem Saarland, aus Lothringen, Luxemburg und Rheinland-Pfalz – von süß bis herzhaft, von kleinen Gläsern bis zu besonderen Flaschen. Die Produkte stammen von kleinen Manufakturen im Umkreis von rund 150 Kilometern und werden überwiegend in Handarbeit hergestellt. Kilian Heinz und Josephe Blondaut wählen das Sortiment mit viel Gespür für Herkunft und Qualität aus. Wer nicht alles direkt probieren möchte, nimmt sich einfach ein Stück Großregion mit nach Hause.
Wer beim Schlendern durch die Mainzer Straße Lust auf etwas Süßes bekommt, stößt früher oder später auf das Café Steigleiter. Schokoladensommelier Michael Steigleiter empfängt seine Gäste im sogenannten Schokoladenwohnzimmer – einem Ort, an dem man gerne etwas länger bleibt. Das Familienunternehmen wird bereits in dritter Generation geführt und verbindet handwerkliche Tradition mit feinen Kreationen. In den Vitrinen finden sich Torten, Kuchen, Schokoladen, Pralinen und süßes Kleingebäck. Ergänzt wird das Angebot durch Frühstück und eine kleine, wechselnde Auswahl für den Mittagstisch.
ItalianDelight Pastamanufaktur
Auf der anderen Straßenseite setzt sich der kulinarische Streifzug fort. In der ItalianDelight Pastamanufaktur dreht sich alles um frische Pasta, handwerkliche Herstellung und ausgewählte Zutaten. Vor Ort können Gäste hausgemachte Nudelspezialitäten, saisonale Kreationen und passende Feinkostprodukte entdecken – ideal zum Mitnehmen, Verschenken oder Genießen zu Hause. Mittags lässt sich die Pasta auch direkt vor Ort mit verschiedenen Soßen genießen. Ein schöner Stopp für alle, die italienische Küche und echtes Handwerk schätzen.
Saarbrücker Schloss und Alt-Saarbrücken
Nach den Stationen in der Innenstadt lohnt sich ein kleiner Abstecher über die Saar nach Alt-Saarbrücken. In der Talstraße liegt die Rimoco Gewürzmanufaktur, ein Ladengeschäft für alle, die gerne kochen und Aromen bewusst entdecken möchten. Bio-Gewürze, Chilis, Currys, Pfeffersorten, Kräuter und handverarbeitete Mischungen füllen die Regale; ergänzt wird das Sortiment durch Öle, Essige, Kochbücher und ausgewählte Feinkost.
Wer hier stöbert, entdeckt schnell neue Ideen für die eigene Küche oder findet ein besonderes Mitbringsel aus Saarbrücken. Gelegentlich finden auch Gewürzseminare und Kochabende statt, bei denen man riecht, probiert und die Welt der Aromen noch intensiver kennenlernt.
St. Arnual
Zum Abschluss der Tour lohnt sich ein Abendessen etwas abseits des Innenstadttrubels. In St. Arnual, am Daarler Markt, liegt das Wirtshaus Unter der Linde. Der Platz hat eine besondere Dorf-in-der-Stadt-Atmosphäre und wirkt angenehm entschleunigt. Erreichen lässt sich das Wirtshaus mit der Buslinie 108 oder bei einem Spaziergang.
In der Küche verbindet Küchenchef Cyrille Faivre regionale Produkte mit französischen Einflüssen. Gekocht wird mit frischen Zutaten von Partnern aus der Umgebung: Saibling aus Trassem, Gemüse vom Stadtbauernhof, Fleisch aus dem Bliesgau, Edelpilze aus Saarbrücker Sandstein-Stollen und Riesling aus der Saar-Mosel-Region. Die Herkunft der Produkte spielt dabei eine ebenso große Rolle wie ihre Qualität. Wer den Tag in ruhiger Atmosphäre und mit regional geprägter Küche ausklingen lassen möchte, ist hier richtig.