7 Wandertipps für eure Maiwanderung
Der Mai gilt nicht umsonst als Wonnemonat. Wenn Wiesen und Wälder in frischem Grün leuchten, Orchideen blühen und die Temperaturen angenehm mild sind, zeigt sich das Saarland von seiner schönsten Seite. Mit 15 bis 20 Grad tagsüber und langen, hellen Abenden bietet der Mai ideale Bedingungen für ausgedehnte Touren durch Naturparks, entlang von Flüssen oder zu spektakulären Felsformationen.
Ob Wassererlebnis, Panoramaweg oder kulturhistorische Entdeckungsreise – diese sieben Wanderwege sind perfekt für deine Maiwanderung im Saarland.
1. Traumschleife Weg des Wassers
Sprudelnde Bäche und grüne Täler
Ort: Wadern-Büschfeld
Länge: ca. 13 km
Diese Traumschleife macht ihrem Namen alle Ehre: Bäche, Quellen und wilde Naturlandschaften prägen die gesamte Tour. Sollbach und Prims, Kerzenbach und Mottenborn sowie Springentalquelle und Heidenborn begleiten den Weg auf weiten Strecken und sorgen besonders im Mai für lebendige Wassererlebnisse.
Highlights:
- Aussichtspunkt Kälberfels mit weitem Blick über das Primstal
- Naturdenkmal „Fünf Eichen“ im idyllischen Sollbachtal
- Historische Grenzgeschichte und Drei-Kreise-Stein
- Bizarr geformte „Waderner Schichten“ im Naturschutzgebiet
- Rückweg entlang der Prims auf ehemaligem Bahndamm
2. Kirkeler Felsenpfad
Buntsandstein, Quellen und Burgblicke
Ort: Kirkel
Länge: ca. 4,5 km
Dunkle Täler, lichte Waldpassagen und bizarre Felsformationen aus Buntsandstein prägen den Charakter des Kirkeler Felsenpfads. Über Millionen Jahre sind hier eindrucksvolle Gesteinsformationen entstanden, die heute zu den markantesten Naturkulissen im Saarland zählen.
Schon kurz nach dem Start im Wald erreichst du die Wasserfelsen – eine geologische Schichtquelle, die ganzjährig Tropfwasser abgibt. Von hier eröffnet sich ein weiter Blick über das Dorf und die Burg Kirkel. Weiter geht es zum mystisch anmutenden Frauenbrunnen, der vermutlich bereits den Kelten als Kultstätte diente. Am „Eingangsportal“ beginnt eine besonders eindrucksvolle Passage: Über mehrere hundert Meter führt der Weg direkt an imposanten Buntsandsteinfelsen entlang.
Highlights:
- Wasserfelsen mit Ausblick auf Burg Kirkel
- Mystischer Frauenbrunnen mit keltischer Geschichte
- Eindrucksvolle Felsenpassage am „Eingangsportal“
- Naturbelassener Rückweg durch Buchenwald
3. Itzenplitzer Pingen Pfad
Bergbaugeschichte am Weiher erleben
Ort: Schiffweiler-Heiligenwald
Länge: ca. 8 km
Der Itzenplitzer Pingen-Pfad ist der längste der drei Redener Bergbaupfade und verbindet Naturerlebnis mit lebendiger Industriekultur. Rund um den Itzenplitzer Weiher führt die Tour durch Wälder und historische Pingenfelder – trichterförmige Vertiefungen, die vom frühen Bergbau zeugen und dem Weg seinen Namen geben.
An zahlreichen Stationen lassen sich per QR-Code spannende Hintergründe, historische Fotos und bergmännische Anekdoten direkt aufs Smartphone laden. Hörsequenzen – wahlweise auf Hochdeutsch oder Saarländisch – machen die Geschichte besonders anschaulich.
Die Strecke verläuft abwechslungsreich über schmale Waldpfade, Forstwege und Dämme zwischen den Weihern. Aussichtspunkte, Relikte ehemaliger Schächte und kleine Rastplätze sorgen unterwegs für immer neue Perspektiven. Einkehrmöglichkeiten am Weiher bieten sich für eine entspannte Pause an.
Highlights:
- Historische Pingenfelder und ehemalige Schachtanlagen
- Digitale Infostationen mit Hörbeiträgen
- Aussichtspunkt mit Blick auf Weiher und Pumpenhaus
- Dammwege zwischen den Wasserflächen
- Einkehrmöglichkeiten und Rastplätze entlang der Strecke
4. Traumschleifchen Forsthofrunde
Naturvielfalt auf kleiner Runde
Ort: Nunkirchen
Länge: ca. 6,5 km
Die Forsthofrunde ist ideal für eine genussvolle Maiwanderung mit wenig Höhenmetern und viel Abwechslung. Auf kurzer Strecke erlebst du die landschaftliche Vielfalt an der Grenze zwischen dem Saar-Nahe-Bergland und dem Pfälzisch-Saarländischen Muschelkalkgebiet.
Schattige Waldwege an der Ostflanke der Zillheck und rund um den Kleinen Lückner wechseln sich mit offenen Abschnitten ab, die weite Blicke über den Golfpark Weiherhof ermöglichen. Mit etwas Glück lässt sich im Nunkircher Wildgehege sogar Damwild beobachten. Ziel und Ausgangspunkt zugleich ist der namensgebende Forsthof.
Highlights:
- Wechsel aus Waldpassagen und offenen Ausblicken
- Blick auf den Golfpark Weiherhof
- Damwild im Nunkircher Wildgehege
- Mehrere Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke
5. Traumschleife Beckinger Saarblicke
Panorama, Natur und Grenzgeschichte
Ort: Beckingen
Länge: 14,5 km
Diese Traumschleife macht ihrem Namen alle Ehre: Weite Blicke ins Saartal, ins Lothringer Stufenland, zum Schaumberg und bis zu den Spicherer Höhen begleiten die abwechslungsreiche Tour rund um Beckingen. Stille Bachtäler, das artenreiche Naturschutzgebiet Wolferskopf und markante Höhenzüge sorgen für landschaftliche Vielfalt.
Vom Historischen Bahnhof Beckingen – heute Informationszentrum – führt der Weg zunächst steil bergauf vorbei an ehemaligen Westwallbunkern und einem alten Kalksteinbruch mit restauriertem Kalkofen. Am Fischerberghaus eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die Saar. Der Vierwegepunkt markiert den höchsten Punkt der Wanderung mit einem weiten Rundumblick über die Region.
Im Naturschutzgebiet Wolferskopf erwarten dich seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter Orchideen und der seltene Warzenbeißer. Beim Abstieg erinnern mächtige Grenzsandsteinquader an die historische Grenze von 1778. Über das Kondelerbachtal, entlang des Saaraltarms und durch den Saar-Garten Beckingen führt der Weg schließlich zurück zum Ausgangspunkt.
Highlights:
- Panoramablicke über Saartal und Lothringer Stufenland
- Naturschutzgebiet Wolferskopf mit seltener Flora und Fauna
- Historische Kalköfen und ehemaliger Kalksteinbruch
- Westwallbunker und Grenzsteine von 1778
- Rückweg entlang der Saar und durch den Saar-Garten Beckingen
6. Nationalpark-Traumschleife Dollbergschleife
Keltenring und Stauseepanorama
Ort: Nonnweiler-Otzenhausen
Länge: ca. 11,5 km
Die Dollbergschleife verbindet Naturerlebnis mit einer Reise in die Vergangenheit. Auf dieser eindrucksvollen Tour begegnest du den Spuren der Kelten, Köhler und Hüttenleute – eingebettet in die Landschaft des Nationalparks Hunsrück-Hochwald.
Vom Startpunkt an der Köhlerhütte führt der Weg zunächst ins Tal des Altbachs zum historischen Züscher Hammer, einem wasserbetriebenen Eisenhüttenwerk aus dem 17. Jahrhundert. Entlang des Bachs erreichst du die Talsperre Nonnweiler, das größte Trinkwasserreservoir im Saarland und Rheinland-Pfalz. Der Uferweg eröffnet weite Blicke über die Wasserfläche.
Anschließend geht es weiter Richtung Keltenpark Otzenhausen und hinauf zum imposanten Ringwall. Der Aufstieg führt teils über felsige Passagen und überwindet rund 200 Höhenmeter. Oben angekommen erwartet dich eine der bedeutendsten keltischen Befestigungsanlagen Europas – mit bis zu zehn Meter hohen Mauern und beeindruckender Ausdehnung. Über den Kamm des Dollbergs, vorbei an alten Grenzsteinen und unbemerkt über die Landesgrenze hinweg, schließt sich die Runde zurück zur Köhlerhütte.
Highlights:
- Historisches Hammerwerk „Züscher Hammer“
- Uferweg an der Talsperre Nonnweiler
- Keltenpark Otzenhausen mit Ringwall
- Felsiger Anstieg mit Aussicht auf den Stausee
- Grenzsteine auf dem Dollbergkamm
7. Traumschleife Vaubansteig
Keltenring und Stauseepanorama
Ort: Überherrn-Felsberg
Länge: ca. 12 km
Der Vaubansteig zeigt den Saargau von einer besonderen Seite. Statt ausschließlich über offene Höhen zu führen, verläuft die Tour meist auf schmalen Waldpfaden durch schattige Akazienwälder – mit weiten Blicken über das Saartal bis nach Lothringen.
Tief im Wald stößt du auf die „Drei Kapuziner“, ein gallo-römisches Felsrelief im Buntsandstein. Ein weiterer Höhepunkt ist die Teufelsburg mit ihrem eindrucksvollen Panorama. Hier wird Geschichte lebendig: Ab 1680 wurden an den Hängen zwischen Teufelsburg und Humburg mächtige Steinblöcke gebrochen – Baumaterial für die von Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban geplante Festungsstadt Saarlouis.
Die einstigen Steinbrüche sind heute verwunschene Naturorte. Der Vaubansteig verbindet diese historischen Spuren mit abwechslungsreicher Wegeführung und der weiten Landschaft des deutsch-französischen Grenzraums.
Highlights:
- Panorama von der Teufelsburg ins Saartal
- Gallo-römisches Felsrelief „Drei Kapuziner“
- Historische Steinbrüche der Festungsstadt Saarlouis
- Schmale Waldpfade durch Akazienwälder
- Weitblicke über den Saargau bis nach Lothringen
Wandern auf dem Vauban Steig mit Blick auf das Saarpolygon © Klaus-Peter Kappest