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Maréchal Michel-Ney – Stationen eines beherzten Lebens Verlängert bis Ende Oktober 2019!

Sa 24. August 2019 10.00 - 17.00 Uhr

Informationen

Michel Ney wurde am 10. Januar 1769 in der Bierstraße 13 im damals französischen Sarre-Louis geboren. Viele Titel, Auszeichnungen und Ehren wird der Sohn eines Böttchers in seinem späteren Leben erhalten, darunter solch glanzvolle wie Pair de France, Herzog von Elchingen und Fürst von der Moskwa. Viele Schlachten wird er schlagen, für Frankreich und Kaiser Napoleon, der seinen General einst voller Stolz als den „Tapfersten der Tapferen“ bezeichnete. Zum 250. Geburtstag des berühmten Saarlouisers ehrt ihn das Städtische Museum noch bis zum 10. Juni 2019 mit einer beeindruckenden Retrospektive.
Zur Vernissage im Januar konnten Oberbürgermeister Peter Demmer und Museumsleiter Benedikt Loew zahlreiche Gäste in den historischen Räumlichkeiten des Museums in der Kaserne VI begrüßen.
"Auch wenn Michel Ney mit dem Standbild auf der Vaubaninsel, der Gedenkplakette an seinem Geburtshaus und einer Straßenbenennung durchaus präsent ist in seiner Geburtsstadt, verdient seine Person noch deutlich mehr Aufmerksamkeit. Als ich mir im Vorfeld dieser Ausstellung bei einem Rundgang die von Benedikt Loew historisch aufgearbeiteten Exponate angeschaut habe, war ich selbst überrascht von der vielseitigen Person Michel Neys und seinem beeindruckenden Lebenslauf. Ich bin sicher, den Besucherinnen und Besuchern wird es ähnlich gehen", sagte Peter Demmer.
"Stationen eines beherzten Lebens" habe ich diese Ausstellung genannt. Was "beherzt" in diesem Kontext bedeutet, möchte ich ihnen gerne erläutern. Furchtlos, - mutig, - heldenhaft, - draufgängerisch, aber auch: - kühn,- tapfer, - ritterlich und charakterfest, das alles war Michel Ney - aber er hatte auch negative Seiten", berichtete Benedikt Loew.
Zitat aus der Rede des Museumsleiters: "Ney hat bereits zu Lebzeiten in vielen Teilen Europas einen hohen Bekanntheitsgrad. Sein militärischer und charakterlicher Ruf, in Verbindung mit seinem tragischen, meist als ungerecht empfundenen Ende, lassen Maréchal Michel Ney zu einer international bekannten und auch posthum verehrten Persönlichkeit werden.
Den Höhepunkt seines militärischen Ruhmes erlangt er nach zahlreichen Erfolgen schließlich in Zeiten der Niederlage, als Kommandant der Nachhut, die gegen alle Widrigkeiten, unermüdlich bis zur Selbstaufgabe, den Rückzug der Großen Armee aus Russland zu decken versucht. Hier wird er zu einer der großen Gestalten der Militärgeschichte und überstrahlt für die Zeitgenossen sogar zeitweise den Ruhm Napoleons. Der Ehrentitel der "Tapferste der Tapferen" wird ein Begriff bleiben, unter dem Ney in der Geschichte immer genannt werden wird.
Charakterlich wird Ney mit deutlichen Stärken und Schwächen beschrieben. Er galt als ungehobelt, ungeschickt, oftmals unbedacht und impulsiv. Gerade im Kampf war er oftmals draufgängerisch und unvorsichtig, was sicher auch vielen seiner Männer das Leben kostet".
Militärisches Geschick und Glück lassen ihn viele Schlachten überleben und zahlreiche Siege erringen. Sein Ruf eilt ihm voraus, in die von ihm wohl ungeliebten Salons der gehobenen Pariser Gesellschaft. Napoleon hat in mehrfacher Hinsicht ein Interesse daran, den populären Offizier an sich zu binden. Doch auch der Kaiser wird erkennen, dass Ney nicht nur seinen eigenen Kopf hat, sondern dass der Marschall vor allem seiner französischen Nation treu ergeben ist, nicht aber allein einer Person. Auch wenn sich Michel Ney auf dem Feld der Politik nicht sonderlich wohl fühlt, so wird er sich doch zweimal entscheidend gegen den Willen seines momentanen obersten Befehlsherrn stellen, um, nach seiner Ansicht, weiteren Schaden von Frankreich, in Form von Krieg und Bürgerkrieg, abzuwenden.
Der möglichen persönlichen Folgen ist sich der Marschall dabei durchaus bewusst, und so stellt er sich schließlich seinem tragischen Ende, seiner Hinrichtung wegen Hochverrats, in der für ihn typischen Haltung: aufrecht und ja, beherzt. Ney wurde am 7. Dezember 1815 im Pariser Jardin du Luxembourg erschossen. Den Feuerbefehl gab er angeblich selbst. Schon bald nach seiner Hinrichtung begannen Familie und Weggefährten mit ihren Bemühungen, den Marschall öffentlich zu rehabilitieren. Was auch gelang.
Die Ausstellung gliedert sich in neun thematische Abschnitte mit insgesamt 230 Ausstellungsstücken. Acht dieser Abschnitte finden sich im Vauban-Saal des Museums, der neunte Abschnitt ist im Foyer des ersten Obergeschosses aufgebaut. Die erläuternden Einführungs-Texte der einzelnen Abschnitte sind, ergänzt um vier Zeittafeln und 27 Abbildungen aus der Ausstellung, zu einer Begleitschrift zusammengefasst worden. Diese kann zum Preis von drei Euro im Museum erworben werden. 

(Text: Benedikt Loew/Petra Molitor)

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