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Vom Saarland ins Elsass - Motorradtour

Motorrad

Grüne Wälder und weite Felder - Biker cruisen durchs Saarland, ins Elsass und über die lothringische Seenplatte.

Motorradfahrer im Gegenlicht
Motorradfahrer im Gegenlicht - © Autor: Gerhard Stahl, Quelle: Tourismus Zentrale Saarland GmbH
  • Typ Motorrad
  • Schwierigkeit leicht
  • Dauer 8:00 h
  • Länge 278,7 km
  • Aufstieg 2528 m
  • Abstieg 2528 m
  • Niedrigster Punkt 184 m
  • Höchster Punkt 447 m

Größere Motorradgruppen finden gehobenen Standard im historischen Gutshof und Romantik-Hotel Linslerhof. Einzelreisende oder kleinere Gruppen können sich auch in den Hotel-Restaurants Häsfeld, Chapeau-noir, Zur Hexe oder Margaretenhof in Überherrn zu günstigen Konditionen einbuchen. Überall sind Biker willkommen.

Heute führt uns die Tour zunächst nach Osten durch das Bisttal. Wir starten an der Tourist-Info des Rathauses und fahren Richtung Frankreich bis zur Bahnlinie. Hier biegen wir links ab und folgen der Landstraße bis nach Werbeln. Jetzt biegen wir rechts ab und folgen dieser kurvenreichen Straße durch den Ort Ludweiler hindurch. Schließlich biegen wir rechts ab und durchqueren das Rosseltal. Im Kreisverkehr geht es nach links (dritte Ausfahrt). Wer noch nicht gefrühstückt hat, kann gleich rechts einen Stopp an der Kantine Velsen, der sogenannten „Kaffeekisch“: der Kaffeeküche der Grube Velsen einlegen. Die Grube selbst ist mittlerweile geschlossen, aber ein Besucherbergwerk mit Förderturm lädt zur Besichtigung ein (unbedingt voranmelden). Das rustikale Lokal hat überlebt und ist täglich von 5:30-18:00 Uhr geöffnet, außer an Samstagen, Feiertagen, Heiligabend, Silvester, Rosenmontag. Die Kaffeekisch ist eben Kult.
Wir fahren weiter durch den Warndtwald und biegen rechts ab nach Klarenthal. Hier halten wir uns wieder rechts und und schon überqueren wir die dt./frz. Grenze in Schoeneck (F). Jetzt folgen wir der Landstraße bis zur N3 und biegen nach links ab. Bereits nach einem Kilometer überqueren wir wieder die Grenze bei Stiring-Wendel um, nach ca. 500 m, nach rechts abzubiegen. Wir fahren die enge Waldstraße hoch, und gelangen in einer Haarnadelkurve unmerklich wieder auf französischen Boden.
Sobald wir den Wald verlassen sehen wir auch schon das Denkmal der „Spicherer Höhen“. Es erinnert an die Schlacht bei Spichern im Jahre 1870/71. Der Tourguide erzählt gerne die heldenhafte Geschichte der Schulze Kathrin, die sogar vom preußischen König Wilhelm gewürdigt wurde.
Gleich daneben ein Urgestein französischer Gastronomie: Das Gasthaus Woll mit seinen „Flittchen“ als Spezialität: knusprige Hühnerflügel in der Art wie Froschschenkel zelebriert mit viel Knoblauch und Petersilie.
Weiter geht es auf der D32 über Alsting bis nach Großbliederstroff. Hier überqueren wir wieder die Saar und fahren auf der B51 auf deutscher Seite der Saar entlang nach Süden. In Rilchingen-Hanweiler geht es wieder über die Blies ins französische Sarreguemines. Hier halten wir uns rechts und nach ca. 2-3 km biegen wir im Kreisverkehr am Café Degott nach rechts in Richtung Bitche auf die D662. Jetzt cruisen wir auf der französischen Landstraße D662 über Hermeskappel, Groß-Réderching und Rohrbach in Richtung Bitche. Vorbei einer Festungsanlage der Maginot Linie, dem Fort Chasso, geht es auf einer gut ausgebauten Straße schließlich vor Bitche nach links auf die D35.
Bereits nach wenigen Kilometern erscheint majestätisch die Zitadelle von Bitche. „Citadelle vivante“ (lebende Zitadelle) wird sie von den Franzosen genannt. Modernste Museumstechnik mit großformatigen Videoeinspielungen machen das Festungsleben anschaulich, erläutern die vergangene Geschichte und regen die Sinne an, wenn es in der Bäckerei nach Mehl und im Krankenzimmer nach Alkohol und Karbol riecht. Allein die Zitadelle ist eine Reise nach Bitche wert.
Wir lenken nun unsere Bikes durch eine kurvenreiche Waldstraße weiter nach Süden durch das Örtchen Lemberg und gelangen jetzt ins Departement Bas-Rhin, dem sogenannten „Krummen Elsass“. Wer ein technisches Problem hat, findet in Wingen sur Moder Hilfe bei Jacky Bergmann, der hier seit vielen Jahren mit viel Enthusiasmus eine Motorradwerkstatt betreibt. Und für den Fall, dass die Reparatur längere Zeit in Anspruch nimmt, vermietet er auch Ferienwohnungen.
Auf der D135 geht es nun kurvenreich weiter bis nach La Petite-Pierre. Hier ist die Heimat der Grafen von Lützelstein, die eine Burg mit fantastischem Ausblick auf einem Bergsporn errichtet haben. Ein Spaziergang von ca. 500 m durch das pittoreske Örtchen sollte selbst in Motorradkleidung möglich sein. Unvergesslich der Ausblick in den Vogesensandstein mit seinen Wäldern.
Wir fahren weiter immer nach Süden auf der D178 durch das Kohltal und durch dichte Wälder bis nach Oberhof. Hier biegen wir nach links ab auf die D133 und fahren einige Kilometer bis wir nach rechts auf die D122 gelangen. Auf kurvenreicher Strecke  geht es weiter. Wir überqueren die Autoroute de l’Est (A4) und fahren wenig später links auf die Nationale D604.
Die gut ausgebaute Straße führt uns direkt zur steilen Zaberner Steige, die wir hinunterfahren, um dem Städtchen Saverne (zu deutsch: Zabern) einen Besuch abzustatten. Hier hat Anfang des letzten Jahrhunderts eine deutscher Offizier die elsässischsprechende Bevölkerung mit dem Schimpfwort „Wackes“ belegt, was zu einer Verfassungskrise führte. Umgekehrt ist nicht belegt, warum die Lothringer und Elsässer die saarländischen Nachbarn als „Piffekepp“ bezeichnen?!
Wer eine Pause einlegen will, dem sei das Restaurant unmittelbar an der Schleuse des Kanals zu empfehlen.
Weiter geht es nach Westen auf der D38. Hier verlassen wir das Elsaß und gelangen wieder ins Departement Moselle nach Lutzelbourg.
Technikbegeisterte können hier das Schiffshebewerk des Rhein-Marne Kanals besichtigen, bei dem ganze Schiffe in einer Art Badewanne einen Höhenunterschied von 45 m überwinden.
Wir folgen dem Tal der Zorn auf der D98 und der D98C bis wir schließlich nach rechts abbiegen auf die D45. Dann geht es links ab auf die D97 Richtung Süden. Nach wenigen Kilometern zweigen wir rechts ab auf die D97C, um schließlich auf die D96 zu gelangen und links ab nach Süden zu fahren. Nun folgen wir der D96 bis kurz vor Abreschviller. Hier biegen wir nach rechts ab auf die D44 und durchqueren Abreschviller. Jetzt folgen wir der D44 bis Barville Bas, wo wir nach links abbiegen. Bei der nächsten Kreuzung biegen wir wieder nach rechts ab und gelangen auf die D41. In Lorquin halten wir uns links um schon bald nach rechts abzubiegen und der D41 zu folgen. Über Neufmoulin geht es weiter nach Héming, wo wir kurz zuvor abermals den Rhein-Marne Kanal überqueren.
Jetzt folgen wir der D955 nach Nordwesten und gelangen in die lothringische Seenlandschaft: linke Hand der Ètang de Gondrexange, rechte Hand der Étang de la Blanche Chaussée oder Stockweier genannt und ein paar Kilometer weiter der Étang de Lindre. Wir sind im Land der Sümpfe, Störche und Schnecken. Jetzt heißt es Augen auf um die verstreut liegenden Storchennester zu entdecken.
Zunächst biegen wir nach rechts in Richtung Lanquimberg auf die D91 ab und fahren bis zu dem Örtchen Rhodes. Wir fahren direkt auf dem Damm des Weihers und biegen unmittelbar dahinter nach rechts ab um ein unscheinbares, rustikales Restaurant mit Seeblick zu finden, in dem man sich eine Pause gönnen kann.
Weiter geht es nach Westen auf der D95. In Fribourg biegen wir nach rechts ab auf die D91 und folgen dieser Straße über Dessling und Guermange bis zur D38. Hier geht es wieder nach rechts. Wir folgen der Straße 2-3 km. Dann nochmals rechts durch Lindre-Basse hindurch zur Domaine de Lindre, einem Naturschutzzentrum. Wer jetzt den Kopf gen Himmel wendet, wird viele Störche erkennen, die hier ihre Nester haben. Den Wandertrieb haben sie verloren und deshalb sind sie ganzjährig zu beobachten.
Nun geht es wieder ein paar Kilometer zurück zur D38. Wir biegen nach rechts ab um bei der nächsten Einmündung nach links auf die D22D und schließlich über Bidestroff zur D22 zu gelangen. Nun ist gemütliches Cruisen auf einer gut ausgebauten Straße vorbei an mehreren Seen und grünen Wäldern angesagt. Es geht nach Norden. Wir biegen noch einmal kurz nach links ab um gleich darauf wieder nach rechts der D22 zu folgen.
Über die Orte Freybouse und Lixing führt uns die Route, um kurz hinter Altviller nach links auf die D910A abzubiegen. So kommen wir von Westen her nach St. Avold und biegen nach Norden auf die Avenue Général Patton ab. Der legendäre General ist bei der Befreiung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg mit seinen Truppenverbänden auf dieser Route vorgerückt. Die Franzosen dankten es Ihm, indem sie der Straße seinen Namen gaben und sie als „Voie de la liberté“ mit besonderen Pylonen kennzeichneten – eben so, wie in ganz Frankreich Straßen gekennzeichnet sind, auf denen die großen Truppenbewegungen der Alliierten stattgefunden haben. Sehr beeindruckend und immer einen Stopp wert, ist der amerikanische Kriegsgräberfriedhof mit seiner gigantischen Erinnerungshalle unmittelbar hinter dem Kreisverkehr.

Uns trennen noch 15 km von der Landesgrenze und von unserer Unterkunft in Überherrn. Ein kühles Bierchen oder ein kleiner Pastis, un p’tit jaune, erinnert uns an das Land der Sümpfe, Störche und Schnecken nach ca. 240 km Fahrt.

Tankinfo:
Spritpreise in Frankreich sind in der Regel etwas günstiger. Wer aber an Sonn- und Feiertagen in Frankreich unterwegs ist und tanken will, sollte tunlichst seine EC-Karte mit Geheimnummer dabei haben. Sprit gibt es an diesen Tagen beinahe überall nur noch über elektronische Abrechnung. Nicht erschrecken wenn später auf dem Kontoauszug 120€ vorgebucht erscheinen, tatsächlich abgebucht wird dann lediglich der getankte Betrag.

Und noch ein Tipp für Frankreich-Reisende:

Mittlerweile verlangt die französische Polizei, dass Auto- und Motorradfahrer gleichermaßen „Alkohol-Teströhrchen“ für den Eigenbedarf mit sich führen (erhältlich in Supermärkten, Tankstellen und Apotheken).   Mit diesen Röhrchen kann sich jeder selbst testen, ob er nach einem guten Essen mit mehr oder weniger Wein noch fahrtauglich ist. Bitte beachten: die Alkoholtester benötigen   das “NF“-Siegel (für: “norme francaise“). Wer keine Teströhrchen dabei hat, muss derzeit mit einer Strafe von 12 € rechnen.

Zudem schreibt das französische Gesetz reflektierendes Material auf der Motorradkleidung in einer Mindestgröße von 150 cm² vor; also   mind. 10 cm x 5 cm und gut sichtbar angebracht. Warnwesten, Reflexstreifen, reflektierende Armbinden tun es auch.

Die für Franzosen vorgeschriebenen Reflexstreifen am Helm  werden bei ausländischen Bikern offiziell nicht verlangt.

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