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Mehr Urlaub barrierefrei im Saarland

Das Victor’s Residenz Hotel Saarlouis ist das erste Hotel im Saarland mit dem Qualitätssiegel „Hören mit Herz“

Am 20. März hat Staatssekretär Jürgen Barke das Victor’s Residenz Hotel Saarlouis als erstes saarländisches Hotel mit dem Qualitätssiegel Hören mit Herz ausgezeichnet. Damit verpflichtet sich das Hotel, seinen Betrieb auf die Bedürfnisse von Menschen mit Hörbeeinträchtigung auszurichten. Um das Siegel des Netzwerk Hören zu erhalten, müssen touristische Betriebe vorgeschriebene Kriterien umsetzen. Für ein Hotel gehört beispielsweise eine induktive Höranlage an der Rezeption dazu, um das Verstehen zu erleichtern – zu erkennen am offiziellen Aufkleber. Die Rezeption soll gut und blendfrei ausgeleuchtet sein, da die Gäste mit Hörbeeinträchtigung oft von den Lippen ablesen. Zudem sollen schriftliche Infos vorliegen.

Das Victor’s Residenz Hotel Saarlouis hat zwei Gästezimmer mit hörunterstützender Technik ausgestattet: So ist die Türklingel mit einem Blinksignal verbunden und weist den Gast mittels eines optischen Signals auf Besucher hin. Der Wecker weckt mit Lichtsignal und über Vibration. TV und Radio sind zusätzlich mit einem Kopfhörer ausgestattet. Für die Sicherheit in der Unterkunft sehr wichtig: Auch die Rauchmelder warnen bei Gefahr durch Lichtsignale und einen sehr lauten Warnton. „Mit der Auszeichnung des Netzwerk Hören geht das Victor’s Residenz Hotel in Saarlouis einen weiteren Schritt in Richtung barrierefreier Aufenthalt. Damit trägt es nicht nur zu einem unbeschwerten und sicheren Aufenthalt für hörgeschädigte Menschen bei“ so Agnés Buschendorf, Hoteldirektorin, „sondern sorgt dafür, dass der Zugang für alle Menschen erleichtert wird. Das gilt vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Gästegruppen der reisefreudigen älteren und eingeschränkten Menschen zunimmt."

Insgesamt tragen 20 touristische Betriebe im Saarland das Qualitätssiegel für mehr Hörkomfort, darunter fünf Tourist-Infos, zwei Museen, zwei Ferienwohnungen, sechs Gästeführer und ein Wanderführer.

Das Netzwerk Hören wurde 2015 auf Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes (MWAEV) gegründet: Das Pilotprojekt vereint Partner aus Medizin und Tourismus im Saarland. Ziel ist es, hörgeschädigten Menschen ein barrierefreies und unbeschwertes Urlaubs- und Freizeitvergnügen im Saarland zu ermöglichen. Dazu gehören unter anderem Seminare für touristische Betriebe, ihre Beratung sowie das Qualitätssiegel Hören mit Herz. Im Rahmen der Verleihung haben die Kooperationspartner auch die Vereinbarung für die kommenden drei Jahre verlängert. Partner sind das Universitätsklinikum des Saarlandes mit der HNO-Klinik, die MediClin Bosenberg Kliniken St. Wendel, das Tinnitustherapie- und Hörzentrum GmbH Neunkirchen, Thorsten Rahm – Auveo Hörgeräte, das Systems Neuroscience & Neurotechnology Unit der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes sowie die Tourismus Zentrale Saarland GmbH (TZS), die die Federführung hat.

„Die Fortführung der Kooperation ist ein Signal für Menschen mit Höreinschränkung. Für sie sind verlässliche Kriterien wichtig. Mit der Fortführung garantieren wir ihnen, dass die Qualität entlang der Dienstleistungskette stimmt und weiter ausgebaut wird“, sagte Birgit Grauvogel, TZS-Geschäftsführerin, „zum anderen zeigt es, dass sich Barrierefreiheit im Saarland als Querschnittthema durch alle touristischen Projekte zieht.“

Die Richtung des Projektes wird sich erweitern: Die Mobilität hat insgesamt zugenommen und auch Menschen mit Einschränkungen möchten sicher und unbeschwert reisen. In Deutschland leben etwa zehn Millionen Menschen mit einer Behinderung. Dazu kommen weitere Zielgruppen mit besonderen Bedürfnissen: Das reicht von der Familie mit Kinderwagen über Allergiker bis hin zum Reisenden mit Rollator. Laut Schätzungen vom Bundesministerium für Wirtschaft ist Barrierefreiheit für etwa 10 Prozent der Bevölkerung unentbehrlich, für 40 Prozent hilfreich und für 100 Prozent komfortabel. „Barrierefreiheit ist eine der Zukunftsaufgaben des Tourismus mit Wachstum und großem ökonomischen Potenzial“, so Staatssekretär Jürgen Barke. „Daher hat auch die Erweiterung des Netzwerk Hören um den Aspekt barrierefreier Tourismus Signalwirkung. Touristische Einrichtungen im Saarland halten bereits vielfach ein entsprechendes Angebot bereit. Jetzt gilt es, diese Angebote nicht nur stetig auszuweiten, sondern sie auch sichtbar zu machen und an den richtigen Stellen zu bündeln.“

https://hoeren.saarland/hoeren-mit-herz

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